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PRESSEINFORMATION: Wer hat Angst vorm diabetischen Kind?

Information und Schulung für alle Stakeholder des Kinderbetreuungs- und Schulwesens

Wien, 30. Jänner 2019 – In Österreich gibt es derzeit rund 1.600 schulpflichtige Kinder mit Typ 1 Diabetes. Pro Jahr kommen zusätzlich 250 bis 300 Neudiagnostizierte dazu. Dadurch sind immer mehr Schulen mit dem Thema Diabetes konfrontiert. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger präsentieren deshalb zielgerichtete Maßnahmen für den Kindergarten- und Schulbereich: Von der Aufklärungsinitiative bis zur fachlichen Fortbildung.
„Um die Lebensqualität der betroffenen Kinder und deren Familien zu erhöhen und um gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig auf allen Ebenen Maßnahmen zu setzen. Denn sehr unterschiedliche Bezugsgruppen und Professionen können gemeinsam, wenn sie gut informiert sind, einen Unterschied im Leben dieser Kinder machen“, erklärt die Präsidentin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft, Univ. Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, von der Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, an der Med Uni Wien. „Alle Familien sollten für die ersten Warnsignale sensibilisiert und betroffene Familien gut geschult werden. PädagogInnen werden immer öfter in ihren Kindergruppen und Klassen mit dem Thema konfrontiert und brauchen Information und Unterstützung. Schulärztlicher Dienst und Schulverwaltung sind dabei wichtige Schnittstellen.“
Dr. Alexander Biach, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, ergänzt: „Kinder mit Diabetes Typ 1 brauchen Unterstützung im häuslichen Umfeld sowie in den Kindergärten und Schulen. Je jünger die Kinder sind, desto mehr sind die Eltern und Betreuungspersonen gefordert. Je besser Eltern, Kinder und Pädagogen geschult und informiert sind, umso geringer ist das Risiko für das Auftreten von schweren Komplikationen und von Langzeitschäden. Maßnahmen zur Steigerung der Gesundheitskompetenz der Eltern und Kinder im häuslichen Umfeld sowie der Pädagogen in den Kindergärten und Schulen, könnten unterstützend sein und damit zu einer Verbesserung der Situation beitragen.“

Aufklärungsinitiative zu den ersten Warnsignalen
Um die Früherkennung und rechtzeitige Therapie bei Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, hat der Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger gemeinsam mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft eine Aufklärungsinitiative ins Leben gerufen, die die österreichische Bevölkerung mittels altersgerechten Sensibilisierungswerkzeugen für die Kinderkrippe, den Kindergarten, die Volksschule sowie die Sekundarstufe 1 und 2 informiert. 
„In Österreich wird die Diagnose Diabetes bei Kindern und Jugendlichen für gewöhnlich zu spät gestellt. Rund 37 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1 werden mit einer lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisung, der sogenannten Diabetischen Ketoazidose ins Krankenhaus gebracht. Dies ist unter anderem auf das mangelnde Bewusstsein für die Krankheit und die Warnsignale zurückzuführen“, berichtet Prim. Dr. Reinhold Pongratz, MBA, der Ärztliche Leiter der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse. „In unserer Aufklärungsinitiative thematisieren wir die vier Leitsymptome von Diabetes mellitus Typ 1: Müdigkeit, erhöhtes Durstempfinden, vermehrtes Wasserlassen und unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Wenn Eltern diese Beschwerden bei ihrem Kind bemerken, sollten sie umgehend ihren Haus- oder Facharzt aufsuchen.“

Positionspapier Diabetes und Schule
„Die steigende Anzahl an diabetischen Schulkindern und die längere Aufenthaltsdauer in Schulen und schulnahen Einrichtungen machten eine offizielle Stellungnahme der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften notwendig, um eine standardisierte Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes bundesweit an allen Schulen in Österreich zu gewährleisten“ betont Assoz. Prof.in PD OÄ Dr.in Sabine Hofer, Kinderärztin an der Medizinischen Universität Innsbruck und Vorstandsmitglied der ÖDG. „Aus diesem Grund erarbeiteten die Österreichische Diabetes Gesellschaft, die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und die Arbeitsgruppe für pädiatrische Endokrinologie und Diabetes Österreich ein gemeinsames Positionspapier, das sich an alle Stakeholder des Schulwesens richtet und eine umfassende Orientierung im Umgang und in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes in Schulen bieten soll“.
Um Kinder mit Diabetes in der Schule optimal versorgt zu wissen, ist es wichtig, dass auch die Lehrenden die Herausforderungen verstehen, die mit der Erkrankung einhergehen. Hier hört man von Eltern betroffener Schulkinder leider noch viel zu oft, dass aufgrund von Wissenslücken falsche Entscheidungen mit gravierenden gesundheitlichen oder psychischen Auswirkungen getroffen werden.
Gabriele Mitrovic, die Mutter eines Schulkindes mit Typ 1 Diabetes berichtet: „Wir mussten unser Arbeitsleben völlig umkrempeln, um für die tägliche Betreuung flexibel genug zu sein. Denn in den Schulpausen waren wir immer vor Ort, um den Blutzucker zu messen und die Insulinabgabe mit der Pumpe zu aktivieren. Deshalb ist mein Wunsch an die Politik, dass eine finanzielle Unterstützung für Eltern chronisch kranker Kinder eingeführt wird, die eine pflegerische Betreuung im Schulwesen möglich macht. Denn wenn die Eltern für die Betreuung selbst ihre Arbeit aufgeben müssen, ist das sicher keine sozial verträgliche Lösung.“

SchulärztInnen als erste Ansprechpartner
Gerade SchulärztInnen leisten einen wichtigen Beitrag, um die essenziellen Informationen zum Thema Diabetes an die LehrerInnen zu vermitteln und um eine Kultur der Achtsamkeit im Umgang mit chronisch kranken Kindern in der Schule zu etablieren. Deshalb war eine der ersten Maßnahmen im Bereich Diabetes und Schule die Entwicklung eines speziellen Fortbildungsprogramms für SchulärztInnen, das auch konkrete Antworten zu schulspezifischen Fragestellungen wie Diabetes und Turnunterricht oder Diabetes und Wandertage bietet. Aktuell werden schulinterne und schulübergreifende Fortbildungen für LehrerInnen und BetreuerInnen erarbeitet, die Fortbildungsinhalte werden auch in einem praktischen E-Learning-Tool zur Verfügung stehen.
Alle ExpertInnen betonten einhellig: „Ein durchdachtes Diabetesmanagement an Schulen ist wichtig, um ein gesundheitsförderndes Umfeld für die betroffenen Kinder sicherzustellen. Genauso relevant ist aber auch der Aspekt der Inklusion, denn auch Kinder mit Diabetes müssen die Möglichkeit haben an allen schulischen und auch außerschulischen Aktivitäten teilzunehmen.“

Bestellung und Downloads
Interessierte PädagogInnen und Eltern können die Informationsmaterialien der Aufklärungsinitiative ganz einfach bestellen: telefonisch 0043 (0)316 8035 - 1390 oder via E-Mail: office(at)therapie-aktivat.


 

Gemeinsames Positionspapier von ÖDG, ÖGKJ und APEDÖ

Unter maßgeblicher Beteiligung unseres Vorstandsmitgliedes Helmut Thiebet entstand dieses
„Gemeinsame Positionspapier der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) und der Arbeitsgruppe für pädiatrische Endokrinologie und Diabetes Österreich (APEDÖ)“

Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes an Österreichs Schulen

Zusammenfassung: Dieses Positionspapier soll eine umfassende Orientierung im Umgang und in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes in Schulen geben, um bestehende Informationsdefizite zu kompensieren und das Problembewusstsein für die Thematik zu erhöhen. Die steigende Anzahl an diabetischen Schulkindern und die längere Aufenthaltsdauer in Schulen und schulnahen Einrichtungen machen eine offizielle Stellungnahme der Österreichischen Diabetes Gesellschaft und der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde notwendig, um eine standardisierte Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes bundesweit an allen Schulen in Österreich zu gewährleisten.

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„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“

Aktion zeigt enormen Handlungsbedarf – und deutliche regionale Unterschiede

Wien, 14. November 2018 – Mehr als 800 Österreicherinnen und Österreicher nutzten 2018 an sechs Aktionstagen in Wien, Wiener Neustadt und Villach die Möglichkeit, ihr persönliches Diabetesrisiko im Rahmen der von Sanofi initiierten Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ zu ermitteln. Und nicht selten waren die TeilnehmerInnen erstaunt über ihr persönliches Diabetesrisiko bzw. ihre schlechten Werte. „Die Aktion soll einen niederschwelligen Zugang zu Information und persönlicher Beratung rund um das Thema Diabetes bieten“, erklärt Mag. Sabine Radl, Geschäftsführerin von Sanofi Österreich, über das Ziel der Aktion, denn „nur wer weiß, dass er ein Risiko hat, kann aktiv werden.“ 

Dringender Handlungsbedarf bei Prävention und Aufklärung
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sowohl hinsichtlich der Aufklärung über Diabetes als auch hinsichtlich Präventionsmaßnahmen dringender Handlungsbedarf besteht. Denn rund 50 % der Teilnehmer, die laut Eigenangabe kein Diabetes hatten, hatten ein erhöhtes Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes zu erkranken.

Optimierungsbedarf bei Therapie von Diabetikern
Namensgeber der Aktion ist der Langzeitblutzuckerwert HbA1c, eine wichtige Kenngröße im Diabetes-Management. Dieser sollte unter sieben Prozent liegen, um das Risiko für Spätfolgen zu senken. Doch knapp ein Fünftel der Teilnehmer mit bekanntem Typ 2-Diabetes hatte einen HbA1c über 7 und erreichte diesen wichtigen Zielwert damit nicht, 30% davon verfehlten den HbA1c-Zielwert sogar deutlich mit einem HbA1c über 8. Die Auswertung macht deutlich, dass der Typ-2-Diabetes bei vielen Patienten nicht gut kontrolliert ist und sie ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen haben. Um die Aussichten der Betroffenen zu verbessern, müssen deshalb weiterhin große Anstrengungen unternommen werden – sowohl mit Blick auf den Lebensstil der Patienten als auch die Optimierung der Diabetes-Therapie.

Deutliche regionale Unterschiede 
Die Ergebnisse zeigten auch deutliche regionale Unterschiede beim Diabetes-Risiko der TeilnehmerInnen: So hatten 66 % der TeilnehmerInnen in Wien ein erhöhtes Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken, 46 % in Wiener Neustadt und 37 % der Teilnehmer in Villach. Diese regionalen Unterschiede unterstreichen die Bedeutung von Umweltbedingungen und den Lebensstil als wesentliche Faktoren für das Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Über die Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ steht für eine nachhaltige Aufklärung über die Volkskrankheit Diabetes. Die von Sanofi initiierte Aktion kooperiert mit Fachgesellschaften, Patientenorganisationen und Medien. Um ein persönliches Diabetesrisiko zu erkennen oder sogar einen bisher unerkannten Diabetes zu entdecken, wurde bei „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ ein Risikocheck durchgeführt (FINDRISK-Fragebogen modifiziert nach Lindström). Gefragt wurde nach Faktoren wie Alter, Geschlecht, Lebensgewohnheiten, Größe und Gewicht sowie einer familiären Vorbelastung. Zusätzliche Messungen ergänzten den Risikocheck: Es wurden Blutzucker, Taillenumfang, Blutdruck und Lipidwerte gemessen. Bei Menschen mit Diabetes wurde zusätzlich der Langzeitblutzuckerwert HbA1c bestimmt.

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Materialien für Menschen mit Diabetes & Herzschwäche

WanderApp für Menschen mit Diabetes und Übergewicht

Ein ideale und interaktive Begleitung für die nächste Wanderung – egal ob für die Tourenplanung von zu Hause aus oder als Wegweiser vor Ort.
 

Blutzuckertagebuch „Mein Diabetes Kontrollor“

Blutzucker-Pass im Heft-Format zur Dokumentation der Blutzuckerwerte.
 

www.diabetes-bewegt.at

Website mit Informationen zu Diabetes sowie zu verfügbaren Materialien und dem Wanderatlas ink. online Routenplanung.
 

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Mit wertvollen Tipps im Umgang mit Herzschwäche.
 

Ein Service von Novartis Pharma GmbH

Datum der Erstellung: 11/18, AT1811919702


Die Siaßn

Heit san de „Siaßn“ beinand
Mit ihre Spritzn und Pumpn unterm Gwand.
A jeda hot sei eigene Gschicht,
mit der er alloani is.

 

Doch do in dera Selbsthülfe-Gruppn
mit de liabn Leit,
red ma üba unsre Probleme,
denn so wird´s für an jedn leicht.

 

Ma tauscht aus seine Erfahrungen und Erlebnisse,
wartet auf die HbA1c Wert-Ergebnisse.
Jeda bemüht sich einen schönen Wert zu erreichen,
um sie untereinand zu vergleichen.

 

Noch wos braucht ma dazua,
Geduld, Disziplin, Gelassenheit,
an Potzn Humor
und innere Ruah.

 

Unser „Siaßes Leben“ schaut
jetzt ganz anders aus,
oba mit Hilfe von Elfriede Dörfler, ÖDV
moch ma das Beste draus.

 

In Dankbarkeit schenk ich eich das Gedicht,
ihr gebts ma Kraft und siach wieda a Licht.

 

Eleonore Gabriela Zierler


Körperliches Training als Basistherapie des Diabetes mellitus

Vortrag von Dr. Kurt A. Moosburger beim 32. Österreichischen Diabetestag in Innsbruck.
PDF-Dokument zum Nachlesen HIER


Projekt COACH – Studie/Fragebogen für Jugendliche

Das Team der Beratungspsychologie an der Universität Potsdam, führt im Rahmen des vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbund-Projekts COACH aktuell eine Studie durch. COACH hat das übergeordnete Ziel, die Behandlung Jugendlicher mit chronischen körperlichen Erkrankungen nachhaltig zu verbessern. Dafür möchte das Team im Teilprojekt die förderlichen Einflüsse von persönlichen Ressourcen und Bewältigungsstrategien auf das Wohlbefinden dieser Patientengruppe untersuchen. Hierzu wird derzeit eine Online-Befragung durchgeführt. Es werden Jugendliche mit verschiedenen chronischen  körperlichen Erkrankungen, im Alter zwischen 12 und 21 Jahren gesucht, die den Online-Fragebogen ausfüllen. Die Bearbeitung der Fragen dauert ungefähr 30 Minuten. Die Teilnehmenden erhalten eine Aufwandsentschädigung in Form eines Gutscheins im Wert von 10 €.

Hier geht's zur Studie

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