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Wow-Effekt

Typ 2-Diabetiker? Mein graues Haar, mein rundliches Äußeres lässt Fehleinschätzungen manchmal nicht vermeiden. Ich aber bin Typ 1-Diabetikerin und das schon seit Jahrzehnten. Ja, ich lebe noch.

Ich wäre eigentlich ein Fallbeispiel für das historische Lehrbuch der Insulintherapie der letzten 5 Dekaden. Ich begann mein diabetisches Leben noch mit Insulinspritzen, die man auskochen musste. Ein Albtraum, kann man nur sagen. Aber damit möchte ich Sie/ Dich nicht langweilen.

Mein behandelnder Arzt war ein Fortbildungsfreak, was seinen Patienten mit Diabetes und speziell auch mir große Vorteile brachte. Mit bester Aufklärung überzeugte mich mein Arzt  die neuesten Therapien zu nutzen. Neue Insuline, funktionelle Insulinschemata durfte ich zu meinem Glück exklusiv ausprobieren. Ich blieb stets am Ball des medizinischen Fortschritts, nutzte die Möglichkeit der Weiterbildung auch in Diabetiker Selbsthilfegruppen der ÖDV, und trage seit Jahren eine Insulinpumpe. Zugegebenermaßen bin ich derzeit nicht ganz auf dem neuesten Stand. Mein Motivator ist in Pension gegangen und auch ich werde alt und langsamer.

2020 wird für mich jedoch ein Glücksjahr werden. Ich darf nach 4 Jahren meine Pumpe wechseln. Sie werden sich fragen, warum ich jetzt schon von meinem Glück überzeugt bin?

Die Präsentation der neuesten Pumpengeneration mit CGM- kontinuierliche Glukosemessung hat mich fasziniert. Ich bin neugierig, das neue CGM-System mit automatischer Basalinsulinabgabe auszuprobieren.

  • Wow – alles, was sich mein Herz und Hirn für die Therapie über Jahrzehnte gewünscht haben, ist auf dem Markt. 
  • Wow – es gibt bereits Diabetiker, die die Vorteile der neuesten Generation nutzen.
  • Wow –  auf geht´s in eine gute Zukunft!

Schau wieder rein. Fortsetzung folgt.

Wow-Effekt

Kürzlich ließ ich, in meinem Bekanntenkreis, meiner Begeisterung über moderne Pumpentechnik freien Lauf. Ich wurde ob meiner Technikverliebtheit geradezu bedauert. Das Vertrauen in die Technik würde neue Sorgen aufwerfen, wurde mir erklärt. Man verunsicherte mich in gewisser Weise, denn man meinte, dass das eigene, selbstständige und verantwortungsvolle Denken verloren gehe.        

Man glaubt es nicht! Wer spricht denn davon das eigene Denken aufzugeben?

Geht es nicht darum, mithilfe umfassender Diabetikerschulung und hilfreicher Technik ein besseres Diabetesmanagement erzielen zu können?
Wer von uns allen ist so gut, zu behaupten, dass Optimierung nicht mehr möglich sei?
Andererseits, wir Diabetiker haben ein Recht auf Lebensqualität und zeitweise Entspannung?

Ganz abgesehen davon hilft eine bessere Diabetes Einstellung persönliches Leid und volkswirtschaftliche Kosten zu sparen.

Merken die Leute nicht, dass ich denke? 

Aber ehrlich gesagt, als Diabetiker denkt man nicht unbedingt an Kosteneinsparungen, sondern an die momentane Situation. 

Wer wünscht sich nicht mit dem geringsten Aufwand das beste Ergebnis zu erreichen?
Dieser Wunsch geht in den meisten Fällen im Leben eh nicht auf. Leider.

So gesehen: ich überDENKE die Möglichkeiten.                                                                             

Schau wieder rein. Fortsetzung folgt.

20200210