Assistenzhunde für Diabetiker

Spätestens mit dem Beschluss des Nationalrates zur Änderung des Bundesbehindertengesetzes § 39a, BGBl. 66/2014 wurde auch vom Gesetzgeber anerkannt, dass besonders ausgesuchte und ausgebildete Hunde auch Diabetikern wertvolle Hilfe leisten können. Unter den Sammelbegriff „Assistenzhunde“ fallen die Blindenführhunde, die Servicehunde und die Signalhunde. Vorher waren die gesetzlichen Regelungen eher schwach, es gab seit 2008 einen Erlass des Sozialministeriums, der schon eine Definition aller Assistenzhunde brachte, die auch bereits Hunde für Diabetiker einschloss, wo aber aufgrund einer einfachen Bestätigung der Ausbildungsstätte des Hundes der Hund ohne weitere Überprüfung in den Behindertenpass eingetragen werden konnte.

Das hat sich nunmehr gründlich geändert. Das Gesetz und die neuen Richtlinien des Sozialministeriums sehen ein aufwendiges Anerkennungsverfahren mit Prüfungen und tierärztlichen Untersuchungen vor. Die Prüfungen werden ausschließlich vom Messerli-Institut in der Vet. Med. Universität Wien administriert.

Dafür hat auch die Bundesregierung auch einen Auftrag des Nationalrates, dass alle Gesetze so geändert werden sollen, dass die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Helfern auch dort Zutritt haben, wo ein „gewöhnlicher“ Hund nicht hin darf – bisher galten diese Zutrittsrechte hauptsächlich für die Blindenführhunde, jedoch die Service- und Signalhunde wurde oftmals zurückgewiesen. Der Nachweis für diese Berechtigung erfolgt über den Behindertenpass, in den die Hunde nach erfolgreich abgelegten Prüfungen eingetragen werden.  Diese Eintragung wird mit zunehmender Bekanntheit des Assistenzhundeparagraphen und der Änderung der übrigen Gesetze zunehmend an Bedeutung gewinnen, außerdem werden die Hundeführer das Recht bekommen, das neugeschaffene staatliche Logo für Assistenzhunde auf ihrem Hund zu führen. Beide Nachweise für einen Assistenzhund sollen auch breit in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, so dass Assistenzhundeführer weniger Probleme beim Zutritt mit ihrem Hund haben – gleichzeitig wird es in Zukunft sicherlich schwieriger, ohne Nachweis mit dem Hund in Lebensmittelgeschäfte, Rehabilitationseinrichtungen, Veranstaltungen zu kommen oder den Hund ohne Maulkorb laufen zu lassen oder in Verkehrsmitteln zu führen. 

Da unser Verein maßgeblich am Zustandekommen der gesetzlichen Regelung beteiligt war und Hundeführer aus allen Sparten der Assistenzhunde umfasst, sahen wir es als unsere Pflicht an, die Hundeführer, sofern sie uns bekannt wurden, auch wenn sie keine Vereinsmitglieder waren, von den neuen Regelungen zu informieren. Dabei hat sich herausgestellt, dass es gerade die Diabetiker bzw. Eltern mit diabetischen Kindern waren, die für sich Probleme erblickten, weniger wegen des Anerkennungsverfahrens an sich, sondern wegen der Eintragung in den Behindertenpass – sie wollten keinen Behindertenpass, weil sie für sich bzw. ihre Kinder Nachteile befürchten – beruflicherweise oder vielleicht auch andere. Wir haben uns daraufhin versucht, schlau zu machen, besonders den Zusammenhang bzw. die Unterscheidung bei Behindertenpass und Feststellungsbescheid betreffend.

Nun haben wir zwar jahrzehntelange Erfahrungen auf dem Gebiet der Assistenzhunde, aber wenig auf dem Gebiet Diabetiker und die dazugehörigen Rechtsvorschriften an sich.

Wir wissen derzeit, dass es mindestens ca. 20 in Hunde Österreich gibt, die einem Signal- bzw. Servicehund für Diabetiker entsprechen könnten, wir wissen jedoch noch nicht, wie viele es wirklich sind, wieviele Hundeführer davon bereits ihren Hund in den Behindertenpass eingetragen haben und vor allem wieviele von der neuen Regelung betroffen sind. Diejenigen, deren Hund schon eingetragen ist oder wo das Verfahren schon eingeleitet wurde, haben keine Probleme – der Hund bleibt eingetragen, die bekommen demnächst auch noch das neue Logo dazu.

Diejenigen, die eine Eintragung bisher verabsäumt haben oder einen Hund neu bekommen, müssen sich entscheiden, ob sie nur einen Hund wollen, der ihnen eventuell zu Hause oder an Stellen, wo jedermann seinen Hund hin mitnehmen darf, helfen kann, für den sie in öffentlichen Verkehrsmitteln zahlen müssen, für den die Maulkorbpflicht voll gilt, für den sie bei einer Schädigung durch Dritte gerade einmal den Schadenersatz für einen gewöhnlichen Haushund bekommen oder ob sie einen Assistenzhund mit allen Rechten und Pflichten haben wollen. Das wird allerdings laut Aussage des Sozialministeriums ohne Behindertenpass, in den man den Hund eintragen kann, nicht funktionieren.

Was die Fragen, die mit den Hunden selbst zusammenhängen, betrifft, kann sich natürlich jedermann gerne an uns wenden.

DI Gloria Petrovics, Vorsitzende

Freunde der Assistenzhunde Europas
Landstraße 39
A 2421 Kittsee
Tel.: +43 2143 30129
Mobil: +43 664 73670444
E-Mail: officereha-dogs.org
Internet: www.reha-dogs.org
2015-01-29