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Mein Leben

 

"In der Diabetikerzeitschrift   MEIN LEBEN
beantwortet Diabetesarzt Dr. Ernst Luchner Leserfragen."

Inhaltsverzeichnis:

1. Dia betikerschulung: Was bringt mir das?

2.  Ist die Erkrankung der Prostata heilbar?

3.  Hautprobleme an dem Füßen.

4.  Hohe Zuckerwerte nach dem Essen.

5.  Was bedeutet Insulinresistenz?

6.  Ab welchem Hba1c ist ein Umstieg auf Insulin notwendig?

7.  Warum sind Zuckerwerte so schwankend?


Diabetikerschulung:  Was bringt mir das?

Da es sich bei der Zuckerkrankheit um eine sehr komplexe, chronisch fortschreitende,
derzeit nicht heilbare, sondern nur behandelbare Erkrankung handelt und sich die
Stoffwechsellage im Laufe des Lebens dauernd verändert, ist das persönliche Wissen
über Ihre Erkrankung für Sie selbst von unschätzbarem Nutzen.
Zudem ist im Krankheitsverlauf mit dem Auftreten von für Ihre Lebensqualität stark
einschränkenden Komplikationen ( frühzeitigen Gefäßschäden wie Herzinfarkt, Nierenversagen,
Sehstörungen bis zur Erblindung, Fußprobleme bis zur Amputation) zu rechnen, welche nur durch Sie selbst, im Rahmen Ihrer optimalen Stoffwechseleinstellung und Blutzuckernormalisierung, vermieden werden können.
Um optimale Blutzuckerwerte erreichen zu können ist der Wissens-Zusammenhang zwischen Zuckerkrankheit, Ernährung, Bewegung, Medikamente / Insulin und die Beobachtung des eigenen Blutzuckerverlaufes (und damit des eigenen Körpers) unbedingte Notwendigkeit.
Genauso wichtig sind die Durchführung der notwendigen Stoffwechselselbstkontrollen und der regelmäßigen Vorsorgekontrollen bei Ihren Ärzten.
Letztendlich handelt es sich bei der Diabetikerschulung um Hilfe zur Selbsthilfe, denn nur wenn Sie Ihre Krankheit ernst nehmen und auch selbst behandeln, bekommen Sie dafür die Chance
ein in der Lebensqualität dem Nichtdiabetiker nahezu gleichwertiges Leben (ohne Spätfolgen) zu führen.

 

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Ist die Erkrankung der Prostata heilbar?

Prostataprobleme: Was sind die ersten Anzeichen, ab wann regelmäßige Untersuchungen notwendig?

Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist ein kastaniengroßes Organ, welches den Anfangsteil der männlichen Harnröhre umgibt. Gutartige sowie bösartige Erkrankungen der Prostata treten zunehmend in früheren Lebensabschnitten auf, jedenfalls hat mehr als die Hälfte aller Männer
um die 50 bereits eine deutlich gutartige Vergrößerung.
Das Auftreten von gutartigen und bösartigen Erkrankungen unter 50 ist aber auch nicht ausgeschlossen. Erste Anzeichen einer Vergrößerung sind häufige Blasenentleerungen, auffallend zumeist die Notwendigkeit des nächtlichen Wasserlassens. Durch die Einengung
des Anfangsteiles der Harnröhre wird die Harnentleerung verzögert, d.h. beginnt erst nach längerem Warten und der Harnstrahl wird zunehmend abgeschwächt.
Man versucht auch unter Zuhilfenahme der Bauchdeckenmuskulatur die Blase mittels "pressen" gegen diesen Widerstand zu entleeren. Umgebungsbedingungen können die ersten Reizsymptome verstärken, wie zum Beispiel kalte Füße, Alkoholgenuss bzw. langes Sitzen - dies sollte vermieden werden.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zur Restharnbildung in der Blase mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten, weiters auch zu nicht kontrollierbaren Harnverlust (Inkontinenz).
Aus meiner Sicht sollte eine fachärztliche urologische Untersuchung aller ! spätestens ab dem 40. Lebensjahr, besser noch früher durchgeführt werden. Diese ist durch moderne Untersuchungsmethoden (Ultraschall, Blutabnahme, vorsichtige Austastung) leicht tolerierbar und bietet die Möglichkeit alle Beschwerdebilder und erkannten krankhaften Veränderungen der Prostata mit einer unglaublichen medikamentösen und operativen Therapievielfalt zu behandeln, bzw. zu lindern.
Auch wenn kein subjektives Beschwerdebild vorhanden ist, sollte die Vorsorgeuntersuchung (auch beim Hausarzt) durchgeführt werden, nur rechtzeitig erkannte bösartige Erkrankungen sind mit modernen Operationsverfahren zu heilen.
Die innerhalb der männlichen Gesellschaft oft aus Stolz und mangelnder Sensibilisierung diesem Organ gegenüber gebrachte Sorglosigkeit ist absolut unangebracht.
 

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Hautprobleme: Meine Haut ist an den Füßen sehr trocken und dünn.
Was soll ich tun? (20 Jahre Diabetes)

Trockene Haut an den Füßen ist letztendlich bedingt durch eine gestörte Schweißdrüsensekretion und bedarf unbedingt der entsprechenden Pflege.
Gerade wenn Sie zusätzlich eine sehr dünne Haut haben ist eine Verletzungsgefahr bereits durch geringe Traumen (Einflüsse von außen, wie Druck oder Schlag) gegeben, womit die Schutzfunktion der Haut gegen Keime aufgehoben ist. Dadurch können langwierige Infektionen entstehen.
Der Einsatz von - auf Ihre Problematik abgestimmten - Salbenmischungen (z.B. harnstoffhaltige Präparate) hat sich hier besonders bewährt, ein speziell auf Diabetes geschulter Fußpfleger kann Ihnen hier auch entsprechende Pflegeanleitungen und detaillierte Empfehlungen geben.

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Nach dem Essen habe ich regelmäßig Werte über 200.
Ich spritze 2x Mischinsulin 30/70. Was tun?

Ein 30/70 Insulin bedeutet, dass Sie 30% Altinsulinanteil = schnell wirksames Insulin und 70% langsamwirkendes Insulin in Ihrer Mischung haben und spritzen. Nur der Anteil des schnellwirksamen Insulins dient auf Grund der Wirkungsdauer im Wesentlichen zur Abdeckung der beim Essen zugeführten Kohlenhydrate - letztlich Zucker.
Es wäre denkbar, dass Sie bei unveränderter Kohlenhydratzufuhr und gleich bleibendem Insulintherapieschema auf eine andere Insulinmischung umsteigen, um nach dm Essen bessere Zielwerte zu erreichen.
Eine Kontaktaufnahme mit Ihrem Stoffwechselzentrum oder Diabetesarzt diesbezüglich wäre anzuraten, gegebenenfalls kann auch mit einem anderen Therapieschema oder zusätzlichen Medikamenten eine Besserung erzielt werden.
Wesentlich für die Therapieauswahl ist aber auch die Kenntnis Ihres HbA1c als Blutzucker-Gedächtniswert, welcher möglichst nicht über 7 sein sollte.

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Was
bedeutet Insulinresistenz? Ich bin Typ 2 - Diabetiker, 60 Jahre alt, schlank. Bei einer Untersuchung wurde eine Insulinresistenz festgestellt. Wie sieht die Therapie aus?

Insulinresistenz tritt, so wie der Typ 2 - Diabetes, überwiegend beim Übergewichtigen, aber - wenn auch seltener - auch beim Normalgewichtigen auf.
Die Insulinresistenz gilt als der Herkunftsfaktor für die Entwicklung eines Typ 2-Diabetes. Da das Insulin an seinen Zielorganen nicht mehr die entsprechende Wirkung hat, versucht dies der Körper durch die vermehrte Produktion von körpereigenen Insulin auszugleichen, wodurch im Blut dauernd erhöhte Insulinspiegel vorhanden sind, welche auch als Risikofaktor für Spätschäden angesehen werden.
Insulinresistenz gilt als eigenständiger Risikofaktor. Sie führt über die Entstehung einer diab. Stoffwechsellage, zur Potenzierung der Gefährdung an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken und zu versterben.
Daher wird die alleinige Senkung des HbA1c als Therapieziel als unzureichend gesehen und einer Senkung der Insulinresistenz erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die Entwicklung neuer Medikamente, sog. Insulinsensitizer, ist es nun gelungen, diese Störung zu beeinflussen. Die Körperzellen reagieren dadurch wieder empfindlicher auf Insulin. Zusätzlich bestehen noch positive Effekte auf schlechte Blutfettwerte (vor allem Triglyzeride) und es kommt zur Senkung des HbA1c. Leider sind die Kosten dieser Medikamente enorm, weshalb der kassenfreie Zugang deutlich eingeschränkt und nur bestimmten Krankheitsformen von Diabetes zugänglich ist. Deutlich und nachweislich lässt sich aber durch regelmäßige körperliche Bewegung die Insulinresistenz (und der Wert des sog. Guten Cholesterins) positiv beeinflussen und ist somit unabdingbar für eine Optimierung der Insulinwirkung.

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Ab welchem Hba1c ist ein Umstieg auf Insulin notwendig?

Im Vorfeld der Behandlung des Typ-2 Diabetes stehen die konsequente Einhaltung der Ernährungsrichtlinien und Gewichtsnormalisierung, ein ausdauerndes und ausreichendes Bewegungsausmaß sowie eine individuell zugeschnittene Blutzucker senkende Medikamententherapie. Die Therapie besteht zumeist in einer Kombination mehrerer Medikamente, wobei dadurch verschiedene Ansatzpunkte dieser Medikamente (Insulinausschüttung bzw. Insulinempfindlichkeit) ausgenützt werden können.
Wenn es dann beim Typ-2 Diabetiker - trotz optimaler Ausschöpfung aller oben angeführten Maßnahmen! - zu einer zunehmenden Verschlechterung der Stoffwechseleinstellung kommt, dann liegt die Ursache in der Erschöpfung der körpereigenen Insulinproduktion, man spricht dann vom Sekundärversagen.
Damit besteht die Notwendigkeit der Zufuhr von Insulin, da ja zu wenig körpereigenes vorhanden ist, was in der Klinik - nach Ausschöpfung aller anderen Maßnahmen! - zumeist bei mehrfach gemessenen Hba1c Werten von über 7,5 erfolgt.
Eine Kombinationstherapie von Medikamenten und Insulin wird angestrebt, wobei die Insulingaben auf den Bedarf abgestimmt werden, wodurch verschiedene Insulinbehandlungsschemen zustande kommen.
 

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Warum sind die Werte so schwankend? Ich habe funktionelle Insulintherapie mit:
3 x Spritzen von Insulatard für die Basis. Meine Morgenwerte sind unbefriedigend hoch, um 250 mg/dl. Manchmal entdecke ich Hypos in der Nacht. Dann sind aber die Werte schon ab 2 Uhr hoch und ich muß korrigieren. Es ist zum Verzweifeln!

Dass Morgenwerte unbefriedigend hoch sein können, hat häufig zwei Ursachen:
Zum einen kann es sein, daß ein nächtlicher Hypo überschlafen wurde und damit durch die so genannte Gegenregulation (Zuckerausschüttung aus einer intakten Leber) der Zucker stark erhöht ist. Weiters muß man in Betracht ziehen, daß der Blutzuckerspiegel nicht nur von Insulin und Glukagon (das blutzuckererhöhende Gegenhormon des Insulins) abhängt, sondern auch die allgemeine Aktivierung des Körpers in den Morgenstunden (Tag / Nachtrhythmus) Ausschüttungen anderer Hormone zur Folge hat, die ebenso blutzuckererhöhend sind.
Weitere Ursachen sind, dass die Wirkung eines abends zugeführten Insulins bereits aufgehört hat, bzw. eine Insulinresistenz der Körperzellen eine Rolle spielen kann.
Weiters wird oft die Rolle von eventuell bestehenden psychischen und physischen Stressfaktoren auf den Blutzuckerspiegel unterschätzt. Die unbefriedigenden hohen Blutzuckerspitzen sollten jedenfalls durch eine Insulinabgabe behandelt werden. Ebenso ist es erforderlich, gelegentlich ganz gezielt nächtliche Messungen zu machen um Hypos zu entdecken, welche dann in der Folge ja zu einer erforderlichen Reduzierung der abendlichen Langzeitdosis führen sollten.
Sollten Sie überhaupt sehr schwankende Werte haben, würde ich auf die richtige Spritztechnik achten: Bedenken Sie, dass ein Milliliter Ihres Insulins 100 i.E. Insulin enthält und damit jeder "Tropfen", der danebengeht, bereits zu deutlichen Schwankungen führen kann. Langwirksame Insuline müssen auch vor jeder Injektion ausreichend durchgemischt werden.
Sonst kann es sein, daß man ganz unterschiedliche i.E. zuführt, obwohl man am Pen einen konstanten Wert eingestellt hat. Beachten Sie hierzu den Beipacktext gründlich - Sie haben ein hochwirksames Medikament in Händen! Leider haben Untersuchungen gezeigt, daß die nach Insulininjektionen zugeführten Blutspiegel des zugeführten Insulins sehr stark schwanken, womit auch bei regulärer Spritztechnik stark schwankende Blutzuckerspiegel möglich sind.
Die Schnelligkeit der Resorption aus dem Unterhautfettgewebe kann zum Beispiel bei Sonnenbestrahlung und vermehrter Durchblutung (körperliche Aktivität) erhöht sein, beim Rauchen wird sie erniedrigt. Die Menge des zugeführten Insulins spielt ebenso eine Rolle.
Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie alle Punkte (von der Insulinlagerung angefangen) beachten, besteht eine gute Chance auf eine ausreichende Einstellung. Jedenfalls brauchen Sie ein kompetentes Diabeteszentrum als Ansprechpartner, eventuell benötigen Sie eine andere Therapieform.

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